PRESSEMITTEILUNG CSD MOTTO „NÜRNBERG LIEBT“
Das CSD Team präsentiert am Nürnberger Frühlingsfest ihr diesjähriges Mottoplakat | Bild: gaycon.de
KURZINFO
Der CSD NÜRNBERG PRIDE 2026 steht unter dem Motto „NÜRNBERG LIEBT“ und positioniert Liebe als bewusste, politische Haltung gegen zunehmende Queerfeindlichkeit und gesellschaftliche Spaltung. Vor dem Hintergrund gekürzter Förderstrukturen fordert der veranstaltende Verein klare politische Maßnahmen, mehr Schutzräume und echte Gleichstellung für queere Menschen. Das Motto versteht sich dabei als Versprechen für Solidarität, Sichtbarkeit und Zusammenhalt – innerhalb der Community und darüber hinaus. Neben konkreten Forderungen an Bund, Land und Stadt setzt der CSD mit vielfältigen Events im Sommer 2026 auch ein starkes Zeichen für eine offene, vielfältige Stadtgesellschaft.
„NÜRNBERG LIEBT“ ist mehr als das diesjährige Motto des CSD NÜRNBERG PRIDE – es ist ein klares Bekenntnis und ein Versprechen an die Community sowie an alle Menschen, die sich für eine offene und solidarische Stadtgesellschaft einsetzen.
Für den Förderverein Christopher-Street-Day Nürnberg e.V. steht Liebe nicht für Kitsch, sondern für eine Haltung. Sie umfasst Selbstliebe, Nähe, Begehren, Freund*innenschaft, Wahlfamilien, Fürsorge und gelebte Solidarität. Liebe bedeutet auch den Mut, füreinander einzustehen – im öffentlichen Raum, im Alltag und innerhalb der eigenen Community. Gerade in Zeiten zunehmender Queerfeindlichkeit und wachsendem Druck auf queere Rechte versteht der Verein Liebe als eine kraftvolle Antwort auf Hass und Ausgrenzung sowie als Widerstand gegen Angriffe auf queeres Leben.
Diese Haltung zeigt sich in der Vielfalt, Freiheit und Sichtbarkeit in Nürnberg und der Region, wo Unterschiede nicht gefürchtet, sondern gefeiert werden. Gleichzeitig betont der Verein die Bedeutung eines respektvollen und unterstützenden Miteinanders innerhalb der Community: Liebe beginnt auch dort, wo Menschen einander zuhören, sich gegenseitig stärken, schützen und gemeinsam feiern, ohne sich gegeneinander ausspielen zu lassen.
Das Motto ist zudem eine Hommage an den schwulen Künstler und Aktivisten Rosa von Praunheim und seine Ausstellung „Jesus liebt“, die im Jahr 2023 im Rahmen der Prideweeks in Nürnberg präsentiert wurde. Sein künstlerisches und politisches Wirken hat die queere Sichtbarkeit in Deutschland nachhaltig geprägt – radikal, zärtlich und bewusst unbequem.
UNSERE FORDERUNGEN
Mit „NÜRNBERG LIEBT“ formuliert der CSD NÜRNBERG PRIDE einen klaren Anspruch: „Wir wollen mehr als Akzeptanz. Wir wollen Verbundenheit. Selbstbestimmung. Wärme. Liebe. Zukunft. Für uns. Für euch. Für alle.“
In Nürnberg stehen zentrale Forderungen im Fokus.
Wir fordern von der Bundesregierung
Ein Grundgesetz für alle! Im Artikel 2 sollen die Begriffe „Männer“ und „Frauen“ durch Menschen ersetzt werden. Im Artikel 3 muss ergänzt werden, dass der Schutz vor Diskriminierung aufgrund der geschlechtlichen Identität endlich ausdrücklich verankert werden. Queere Menschen verdienen Anerkennung, Sicherheit und rechtliche Gleichstellung – ohne Hintertüren für Diskriminierung.
Wir fordern vom Freistaat Bayern
- Queerer Aktionsplan jetzt! Erstellung eines Aktionsplans „Queeres Bayern“ mit Bereitstellung der finanziellen Mittel für ein flächendeckendes Beratungsangebot auch auf dem Land
- Queere Räume schützen! Beratungsstellen und Community-Zentren sind lebenswichtige Anlaufstellen. Ihre langfristige, verlässliche Finanzierung muss gesichert werden – nicht nur durch kurzfristige Projektgelder.
- Hasskriminalität bekämpfen! Queerfeindliche Gewalt und Hatespeech dürfen nicht weiter toleriert werden. Es braucht endlich effektive politische Maßnahmen, damit niemand Angst haben muss, sichtbar zu sein.
Wir fordern von der Stadt Nürnberg
- Queeres Haus Nürnberg! Umsetzung des bereits geplanten und vom Stadtrat beschlossenen Queeren Hauses Nürnberg sowie die Bereitstellung der hierfür erforderlichen finanziellen Mittel.
- Masterplan Queeres Nürnberg! Fortsetzung des Masterplans Queer und entsprechende Ausstattung mit Mitteln.
- Sichtbarkeit! Vor allem in der Stadt der Menschenrechte muss es mehr queere Sichtbarkeit im Stadtbild geben.
Hintergrund zum Plakatmotiv des CSD NÜRNBERG PRIDE 2026
Das Plakatmotiv wurde traditionsgemäß wieder am Nürnberger Frühlingsfest vorgestellt, die Gestaltung kommt dieses Jahr von René Eisenblätter.
Die visuelle Übersetzung des Mottos „NÜRNBERG LIEBT“ zeigt Nürnbergs stilisierte Stadtsilhouette, aufgebaut aus den bunten Pride-Love-Triangles, dem visuellen Anker des Corporate Designs. Bekannte Nürnberger Wahrzeichen wie etwa die Frauenkirche, das Staatstheater und der Fernsehturm wurden abstrahiert und in die geometrische Logik integriert. Das Ergebnis ist ein einschlägiges, starkes Kampagnenmotiv für 2026.
CSD NÜRNBERG PRIDE
Der CSD NÜRNBERG PRIDE findet in diesem Jahr vom 22. Juli bis 9. August 2026 statt. Die Prideweeks bieten zweieinhalb Wochen vielfältige und kunterbunte Events von und für queere Menschen und Allies (Unterstützer*innen) in der Metropolregion Nürnberg. Das CSD-Hauptwochenende mit Demo und CSD Finale findet am 8./9. August wieder auf den Kornmarkt (Straße der Menschenrechte) statt: Zuletzt über 17.500 Besucher*innen belegen den Erfolg der Veranstaltung in der Innenstadt. Informationen zu Anmeldungen für die Demo und Infostände am CSD Finale sind auf der Webseite des CSD NÜRNBERG PRIDE zu finden. Die offizielle CSD Party „Together“ lädt am Samstagabend 8. August wieder zum Feiern menschlicher Vielfalt ein.
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Bildrechte:
Bild 1: CSD NÜRNBERG PRIDE
Bild 2 + 3: gaycon.de




