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OSLO - (M)ein Kommentar


Wir stecken beim CSD NUERNBERG mitten in der Marketinghochphase, starten alles an Kommunikation für unseren CSD und geben wirklich alles dafür, für Sichtbarkeit zu sorgen, so dass ihr alle zahlreich zum CSD findet, alles darüber wisst, und inspiriert werdet zu kommen - zum Feiern, zu Infoevents zu Politevents, zu Workshops, zum geselligen Beisammen sein. Wir hängen uns alle privat / ehrenamtlich voll rein um großartiges für euch und uns als queere Community zu schaffen, um Sichtbarkeit in der Gesellschaft zu erzeugen, um damit politisch zu bewegen, offene Ohren für unsere Forderungen zu erwirken, um in Unternehmen Pride-und Diversity-Bewegungen zu pushen oder gar anzustoßen. Wir geben alles um vorwärts zu kommen und das im Hintergrund weit über die eigentliche CSD-Veranstaltung selbst hinaus. Und heute hatten wir im Redaktionsplan eigentlich einen simplen aber positiven Post voller Vorfreude auf den CSD Nürnberg für unser Programmheft und unseren Online-Event-Kalender geplant. Um endlich die Früchte von 6 Monaten Arbeit nach außen, an euch zu tragen, damit wir mit all den Events auch 2022 ein sichtbares queeres Zeichen setzen und Menschen helfen sich zu finden, nicht allein zu fühlen, Zugehörigkeit zu empfinden, Information zu erlangen oder einfach nur Spaß zu haben.


Und dann passierte Oslo und seit heute morgen ist vieles dunkelgrau in mir und mulmig. Das ist der 4. queerfeindliche Angriff innerhalb 4 Wochen: Karlsruhe, Zürich, Augsburg und nun Oslo. Wo führt das hin? Was passiert heute in Regensburg, was passiert als nächstes? Soll ich überhaupt auf einen CSD gehen? Müssen wir wieder deutlich mehr Angst haben? Sollen wir uns lieber wieder weniger sichtbar zeigen? Sollen wir im Untergrund bleiben, damit wir gesundheitlich nicht leiden und uns nichts zustößt? Oder sollen wir erst Recht raus auf die Straßen? Sollen wir erst Recht zeigen „STOPP; so nicht, jetzt reichts!“, Sollen wir friedlich aber bestimmt Paroli bieten? Sollen wir uns verbünden zum großen Schwarm, der zeigt, dass wir so nicht mit uns umgehen lassen? Ich denke Letzteres ist genau richtig - „zeigen, das wir so nicht mit uns umgehen lassen und dafür euch alle wachzurütteln und zu mobilisieren.“


Oft werden wir in Interviews gefragt „Wozu braucht man denn den CSD noch, ich hab doch die Ehe für alle“ - Oslo und Co zeigen uns die Spitze des Eisberges, warum wir einen CSD noch immer brauchen. Und wahrscheinlich ist das genau der Anlass so Gas zu geben mit dem Marketing der ganzen CSDs: Weil es eine deutschlandweit eine Offensive sein muss, ein BigBang der Botschaften, es muss allen klar werden, dass Pride kein Zeitvertreib und kein Karneval und auch nicht nur eine Party ist, dass wir Queers Menschen wie alle anderen sind, dass die Natur wundervoll vielfältig ist und genau diese Vielfalt so in der Gesellschaft respektvoll und selbstverständlich Bestand sein muss. Aber nur wenn wir bei den CSDs in ganz Deutschland euch alle erreichen mit unseren Informationen und Botschaften, so dass ihr alle zu unseren CSDs kommt - nur und nur dann dann können wir Deutschland weit als große Gruppe gemeinsam sichtbar sein, unsere queeren Botschaften und Forderungen platzieren und damit die nötigen Veränderungen anstoßen. Und genau dazu müssen WIR ALLE, egal welcher Mensch von LSBTIAQ* wir sind, ZUSAMMENHALTEN, als COMMUNITY, gemeinsam uns gegen dies aufkeimende, widerliche Gedankengut und die querfeindlichen Angriffe stellen und alle open minded da draußen Menschen erreichen und zu unseren Verbündeten machen. Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen, sich wenn es immer wieder Rückschläge wie heute geben wird. Aber keineswegs dürfen wir uns unterkriegen lassen. Und das geht nur zusammen. GEMEINSAM SICHTBAR, GEMEINSAM SICHER. TRAU DICH, SEI SICHTBAR - ZUSAMMEN MIT UNS ALLEN!


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